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Endlos lange Beine, unnahbar mit einem androgynen Touch – die Sängerin und Schauspielerin ist bis heute eine Ikone.
Das Museum im Staatstheater Hannover präsentiert bis zum 27. März 2011 bisher unveröffentlichte Aufnahmen. Die Bilder von Starfotograf Milton H. Greene betonen eine neue Seite der sonst so kühlen Dietrich.
In den 30er Jahren schafft die Grande Dame aus Berlin als erste deutsche Schauspielerin den Sprung nach Hollywood. Auch als Sängerin setzt sie sich willensstark über alle Grenzen hinweg. Ob politisch oder modisch - ihrer Zeit ist sie stets einen charmanten Schritt voraus. Der amerikanische Fotograf Milton H. Greene trifft die Diva, als diese bereits das 50igste Lebensjahr erreicht hat.
Femme fatale mal anders
Hunderte Fotografien existieren zu diesem Zeitpunkt bereits von ihr. Überall der gleiche, stolze Blick. Nur selten streift ein Lächeln ihre rot-geschminkten Lippen. Greene erreicht das, was viele Fotografen vor ihm nicht konnten: Er bricht das Eis. Mit seiner Kamera erhascht er bei jedem Treffen einen Blick auf die Seele hinter der perfekten Hülle, die sich so verletzlich unter Make-up-Schichten und glitzernden Bühnenkleidern verbirgt. Auf seinen Bildern überrascht eine Dietrich, die gelöst lacht und sich die zurechtgeföhnten Haare verwuschelt. Statt kontrollierter Posen wirkt sie ungewohnt keck und verspielt.
Traurige Venus
Bei ihrer letzten Begegnung ist die Dietrich bereits Anfang 70. Das Showbusiness und ihre Tablettensucht haben Spuren hinterlassen. Dennoch strahlt sie Stärke und Anmut aus, mit nichts als weißem Nerz und Diamanten auf der Haut. Nur ihre wahren Gefühle, die Einsamkeit in ihren Augen - die kann sie vor ihm auch diesmal nicht verbergen. "Ich wurde zu Tode fotografiert", sagt sie einmal. Milton H. Greene hat sie wieder zum Leben erweckt.
Tipp: Das Kino im Künstlerhaus bietet zur Ausstellung die Filmreihe „Marlene D.“.
Von Anna Moldenhauer
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