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Sechs Uhr morgens. "Piiep!" Das penetrante Geräusch des Weckers reißt mich aus dem Schlaf. Grummelnd verpasse ich dem elektronischen Terroristen einen flachen Schlag und ziehe meine Augenlider auf Halbmast. Schon wieder Montag.
Draußen ist es finster, Regentropfen klatschen an die Fensterscheibe. Stimmung! Ich schlurfe ins Bad. Kurz darauf starre ich zehn Minuten in den Kleiderschrank. Nur ein Gedanke huscht durch mein Oberstübchen: Burkas werden unterschätzt. Als ich nach den Pullovern greife, kommt der Stapel wolliger Leibchen aufgeschreckt ins wanken und verlässt im Kollektiv seine geordnete Form. Erwin Wurm wäre begeistert.
Statt eine weitere Skulptur zu errichten, schlüpfe ich in die wattierten Mond-Latschen. Meine Bewegungen erwecken ohnehin den Eindruck, der Raum wäre luftleer. Jacke über, Handy und Hände in die Taschen. Pure Begeisterung strahlt durch meinen instabilen Kern. Das links ansässige Lakritzbonbon-Endlager ist mit dem Innenfutter des Prankenbeutels zu einer homogenen Einheit verschmolzen. Angewidert ziehe ich die klebrigen Finger hervor und verhelfe damit meinem Handy zu einem unverhofften Freiflug. Als es auf dem nassen Asphalt aufschlägt, erstirbt ein letztes "Piiep!" augenblicklich. Na immerhin.
Von Anna Moldenhauer
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