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Wenn das Praxissemester näher rückt, tauchen viele Fragen auf: Wo bewerben? Was sind dort meine Aufgaben? In Deutschland bleiben oder doch lieber ins Ausland? print hat bei Studenten nachgefragt, die bereits in den Beruf hineinschnuppern durften.
print: Wo hast du während des Praxissemesters gearbeitet?
Luise Richter: Ich habe mein Praktikum bei KUSF absolviert, einem College- und Community Radiosender in San Francisco.
print: Wie lange dauerte dein Praktikum?
Luise Richter: Fünf Monate. Ich habe am 1.3. angefangen und war am 31.7. fertig.
print: Was waren deine Aufgaben?
Luise Richter: Puh. Also, ich hatte meine eigene Show, anfangs täglich anderthalb Stunden, dann einmal wöchentlich dreistündig. Zudem war ich für unsere promotion cards zuständig, ich habe also die Texte für unsere Veranstaltungen verfasst, die während der Sendungen vorgelesen wurden. Dann habe ich abends bei vielen Events, also Konzerten etc., T-Shirts verkauft oder am Eingang mitgearbeitet. Ich habe ab und an on air Interviews führen können, habe mich bei allen wichtigen Meetings einbringen können und müssen und eine Webseite für den Verkauf von T-Shirts gestaltet.
Des Weiteren war ich Teil des music departments, ich konnte also mit entscheiden, welche Musik in unser Repertoire aufgenommen wurde und welche nicht. KUSF veranstaltet fünfmal jährlich eine große Plattenbörse, die habe ich zweimal mit organisiert und schließlich auch immer dort mitgeholfen. Und dann gabs natürlich noch so ein paar kleinere Aufgaben, aber die lass ich hier jetzt mal außen vor.
print: Konntest du die Inhalte aus dem Studium in der Praxis anwenden?
Luise Richter: Leider nicht so viel, wie ich mir gewünscht hätte. Ich habe viel über das freie Sprechen vor dem Mikro, über Musik und den Radiomarkt in den USA gelernt, aber produziert habe ich zum Beispiel leider gar nichts. Trotzdem haben unsere Interviewseminare und Wochenendkurse wie Sprecherziehung mir deutlich weiterhelfen können.
print: Was war dein tollstes Erlebnis?
Luise Richter: Das kann ich nicht sagen. San Francisco, die Menschen, die Stadt, das Licht, die Freundlichkeit, die einem entgegen gebracht wird, der Geruch, die Musik, die Atmosphäre, das gesamte Lebensgefühl dort war eines der tollsten Erlebnisse meines gesamten Lebens. Ich habe auf der Arbeit viele tolle Leute kennengelernt und hatte trotzdem immer genug Zeit, auch privat tolle Sachen unternehmen zu können. Ich habe viel gesehen, bin gereist, war Fallschirmspringen und habe es genossen, in einer so tollen Stadt leben und arbeiten zu können.
Im Rahmen des Praktikums habe ich immer sehr gerne auf dem Rock’n’Swap, unserer Plattenbörse, mitgearbeitet. Und ansonsten kann ich nur jedem empfehlen: Fahrt hin, genießt San Francisco und vergesst nicht, mal in der Abenddämmerung gen Stadt über die Golden Gate Bridge zu fahren – einfach umwerfend!!!
print: Was hätte besser laufen können?
Luise Richter: Meine gesamte Betreuung bei KUSF. Ich hatte im Endeffekt eine tolle Zeit, das hat aber auch nur geklappt, weil ich immer wieder nach Aufgaben gefragt und Verantwortlichkeiten eingefordert habe. Der Sender durchlebt im Moment eine Phase des Umbruchs, ist momentan auch ein reiner Online-Sender. Die Leute sind alle sehr nett, aber als einen gut betreuten Praktikumsplatz würde ich den Sender im Moment nicht empfehlen.
print: Ein Tipp für die Studenten, die das Praxissemester noch vor sich haben?
Luise Richter: Geht ins Ausland, oder zumindest in eine andere Stadt. Es gibt so viel zu sehen, auszuprobieren und zu erleben, und das lässt sich sehr gut mit einem Praktikum verbinden.
Luise Richter studiert Journalistik
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