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Umweltsauereien am Ufer des Mekong: Fischkadaver und Unmengen an Futterresten treiben an der Wasseroberfläche eines Teiches. Dieses Bild beschreibt die Massenfischhaltung der Pangasiusfarmen in Vietnam.
Einst war der Pangasius einer von über 150 freilebenden Fischarten, dessen Lebensraum der Mekong, ein Fluss in Südostasien, war. Doch das Bild des wildlebenden Fisches hat sich in den letzten zehn Jahren stark gewandelt. Fischfarmen mit teilweise mehr als einer Millionen Tieren prägen nun die Ufer des Mekong. Dort werden sie unter katastrophalen Bedingungen in eigens angelegten Becken gezüchtet. Etwa 60 bis 80 Fische drängen sich auf einem Kubikmeter Wasser. Zum Vergleich: In eine normale Badewanne passt ein halber Kubikmeter. So vegetieren die Fische im verdrecktem und mit Antibiotika verseuchtem Wasser fast ohne Bewegungsmöglichkeiten vor sich hin.
Einige Farmen verwenden mehr als 40 verschiedene Antibiotikasorten, um die Fische trotz anfallendem Kot und Unmengen von Bakterien „gesund“, bzw. lebensfähig zu halten. Auch nach dem Schlachten, wobei nur die zarten und grätenfreien Filetstücke weiterverwendet werden, wird der Fisch noch behandelt. Phosphate sorgen dafür, dass das Fischfleisch durch Bindung von Wasser um bis zu 20 Prozent an Gewicht zunimmt. Diese Vorgehensweise ist sogar legal. Es muss lediglich auf der Verpackung angegeben werden. Mit dem Werbeslogan „Aus den fließenden Gewässern des Mekong Flusses“ auf den Pangasiusverpackungen im Supermarkt hat diese Haltung rein gar nichts mehr gemein. Die Unmengen an Fischkot sowie die in den Mekong geleiteten Antibiotika und Pestizide belasten zunehmend die Umwelt. Dazu ist nicht nur die Gesundheit der Tiere gefährdet, sondern vor allem die der am Ufer lebenden Menschen, welche ihr Trinkwasser aus dem Mekong schöpfen und ihre Kleidung darin waschen.
Bewusstsein schaffen
Laut WWF führt der Ausbau der Farmen zu massiven Umweltproblemen und auch zur Verdrängung von einheimischen Fischarten. Doch eine Verbesserung der Umstände scheint nicht in Sicht, denn über 90 Prozent der Pangasiusfarmen, die den Weltmarkt beliefern, haben ihren Standort am Ufer des Mekong. Darunter auch „Navico“, einer der größten vietnamesischen Pangasiusverarbeiter. Viele Verbraucher sehen den Pangasius als gute Alternative zu den überfischten Artbeständen der Meere. Greenpeace allerdings stuft den Pangasiusverzehr unter diesen Bedingungen als „grundsätzlich nicht vertretbar“ ein. Es müsse bei den Verbrauchern ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, was mit dem Fisch geschieht, bevor er im Supermarkt im Regal landet, so Greenpeace. Beim Kauf von Pangasius sollte auf das Bio-Label geachtet werden, denn dann sei das Fleisch garantiert medikamentenfrei.
Das Großhandels-Unternehmen "Deutsche See“ vermarktet beispielsweise Bio-Pangasius aus ökologischer Aquakultur und auch die Großhandelskette „real“ bietet diesen in ihrem Sortiment an. Der WWF Einkaufsratgeber beschreibt die Kriterien für den Bio-Fisch: „Bio-Pangasius steht für eine nachhaltige Fischzucht im Mekong-Delta. Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und zur Erhaltung der umgebenden Natur sind damit ebenso verbunden wie ein zurückhaltender Einsatz von Chemikalien und Medikamenten und die Vermeidung negativer Einflüsse auf die Wildbestände“. Das Tiefkühlfach im Supermarkt bietet also durchaus Alternativen, um der skandalösen Massenfischhaltung entgegenzuwirken. Jetzt müssen Sie nur noch zugreifen!
Von Joana Harmening
(Ein Beitrag aus "Esspapier", der Erstsemester-Zeitung der Studiengänge Journalistik und Public Relations)
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